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Verflechtung von Kulturen und künstlerischen Einflüssen

In den Kulturen des heutigen Montenegro erkennt man Spuren und Einflüsse mediterraner, mitteleuropäischer und östlicher Zivilisationen, durch verschiedene Epochen.

Im Dorf Lipci bei Risan findet man in einer Grotte eine Höhlenmalerei, wo der Vormensch die Jagd auf einem Hirsch abgebildet hat. Und ein Schiff. Am anderen Ende von Montenegro, hoch im Gebirge Prokletije, auf einer Steinplatte, malte der Vormensch sich und einen Wolf. In der prähistorischen Fundstelle Crvena stijena, nahe dem Dorf Petrovići, 30 km von Nikšić entfernt, wurden 31 kulturelle Schichten entdeckt.

In einigen Gebieten, im Ödland, kann man große Grabmäler, monolithische Grabsteine, Opferstätten, Fundamente heidnischer Tempel, entdecken. In den Dörfern kann man immer noch eine Vielzahl an alten Überlieferungen hören. Eine Legende erzählt, dass Boka von den Überlebenden aus Atlantis bevölkert wurde. Einige glauben, dass neben dem Skadarsee Homers Troja blühte. Andere behaupten, dass die Kelten den meisten Bergen und Flüssen den Namen gegeben haben...

Illyrier, Hellenen, Römer, Slawen, Türken, sie alle strebten danach, dieser Küste den eigenen Stempel aufzudrücken, in die montenegrinische Wildnis ein Stück der eigenen Heimat einzufügen. In Stein, Sprache, Bild, Ton, Gottesanbetung... Archäologische Fundstätten und Museen hüten Überreste römischer Tempel, zeigen Aquädukte, Städte und Brücken (Risan, Budva, Akruvium, Ulcinj, Duklja, Municipium S).

Vielleicht sind die ewigen Verflechtungen der Kulturen und künstlerischen Einflüsse überhaupt das Schönste in Montenegro, entstanden aus den ununterbrochenen Bewegungen und Berührungen von Stämmen und Völkern.  Die Verflechtung von Ost und West, Paganismus und Christentum, Orthodoxie und Katholizismus, Christentum und Islam, byzantinischer und romanischer Eingriffe, Tradition und Moderne... All dies zusammen hat die Entwicklung der Künstler beeinflusst.

Die Verehrung des schönen Wortes dauert auch heute noch an. Durch Jahrhunderte im Kampf für Erhaltung und Erwerb von Freiheit, durch Jahrhunderte Armut und Hunger, hütete das Wort die Würde und gab Kraft, gab dem Leben Sinn. Deshalb wurde das geschriebene Wort besonders gepflegt. Auch die Malkunst ist ein Charakteristikum dieser Gegend. Einen großen Wert besitzen Fresken in Tempeln und Ikonen berühmter und unbekannter Künstler, Verzierungen in Stein, Silber und Gold. Die neuere Zeit kennzeichnen Maler und andere Künstler, außerordentlich geachtet in Europa und der ganzen Welt.

Weitere links: Tradition und Nationalerbe I Montenegro – einst und jetzt I Kunst und Unterhaltung