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Geschichte und Tradition

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Montenegro – einst und jetzt

Montenegro ist ein kleines Land mit langer Tradition, eine Mündung verschiedenster Kulturen und Religionen, an der Grenze zwischen Ost und West. Heutzutage ist das Land eine multikonfessionelle und multiethnische Gesellschaft, bekannt durch seine Toleranz und das harmonische Zusammenleben seiner Bewohner.

Spuren menschlichen Daseins auf dem Gebiet des heutigen Montenegro entstammen aus der Altsteinzeit (Paläolithikum), was die archäologische Fundstätte Crvena stijena (Roter Felsen) belegt. Die ersten bekannten ethnischen Gruppen, zahlreiche Stämme der Illyrer, lebten hier zwischen dem fünften und zweiten Jahrhundert v. Chr. Danach wird diese Gegend Teil des römischen Imperiums und zu dessen Provinz Prevalis, worüber etliche städtischen Siedlungen zeugen, die sich um die einstigen Illyrischen Ansiedlungen gebildet haben: Doklea, Municipium "S", Meteon, Budva, Ulcinj, Risan und andere.

Nach dem Zusammenbruch des großen Römischen Reiches ergriffen byzantinische Herrscher den Besitz über die Provinz Prevalis und Mitte des 6. Jahrhunderts erobern die Slawen dieses Gebiet. Es vergehen einige Jahrhunderte bis die alteingesessene romanisierte Bevölkerung von den christianisierten Slawen assimiliert wird. Während des 9. Jahrhunderts entsteht der erste Keim einer staatliche Organisation, die dann zu Zeiten des Archons Peter aufblühte und seit Ende des 10. Jahrhunderts, während der Herrschaft des Fürsten Johannes Wladimir, unter dem Namen slawische Duklja bekannt wurde und dann, seit dem 11. Jahrhundert, den Namen Zeta trug. Das Fürstentum Zeta wird während der Dynastie der Vojislavljević (11. – 12. Jahrhundert) zu einem Königreich mit eigener kirchlicher Organisation – dem berühmten Erzbistum von Bar. Ende des 12. Jahrhunderts wird das Territorium von Zeta von der serbischen Herrscherfamilie der Nemanjić erobert. Unter ihrer Herrschaft übernimmt der orthodoxe Glaube die Überhand im bis dahin katholischen Zeta, aber das Erzbistum, das die Dynastie der Vojislavljević errichtet hat, dauert auch heute noch an.

In der zweiten Hälfte des 14. und während des 15. Jahrhunderts stellt Duklja-Zeta seine staatliche Souveränität wieder her, d. h. die feudalen Familien von Zeta übernehmen die Herrschaft über das Territorium. Seit dem 15. Jahrhundert herrschen die Familien Balšić und Crnojević über Montenegro. Neue politisch-historische Gegebenheiten entstehen durch das Auftauchen der mächtigen osmanischen Eroberer, die unaufhaltbar eindringen und den Südosten Europas erobern. Gegen sie wird ein jahrhundertlanger Kampf geführt, der seine volle Kraft entfaltet, als die Familie Petrović mit Kreuz und Schwert die montenegrinischen Stämme anführt. Auf dem Berliner Kongress von 1878 wird Montenegro ein international anerkannter Staat.

Zastava Crne GoreGrb Crne Gore

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Fall der Dynastie Petrović-Njegoš tritt Montenegro in den Verbund der neu gebildeten südslawischen Staaten ein – zuerst Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen und danach Königreich Jugoslawien. Nach Rückerhalt der staatlichen Souveränität bekommt Montenegro, nach Ende des Zweiten Weltkrieges, den Status einer föderativen Republik als Teil der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien, dann der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien, der Bundesrepublik Jugoslawien und schließlich der Staatengemeinschaft Serbien und Montenegro.


Durch die Mehrheitsentscheidung seiner Bürgerinnen und Bürger stellt Montenegro am 21. Mai 2006 seine Unabhängigkeit wieder her und wird ein international anerkannter Staat.

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