Schatzkammer des Klosters Cetinje

 
  • Cetinjski manastir, Crna Gora
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Das Kloster von Cetinje wurde Anfang des 12.Jh. auf dem Grundstein des alten Schlosses der Crnojevićs erbaut.

Das Kloster von Cetinje wurde Anfang des 12.Jh. auf dem Grundstein des alten Schlosses der Crnojevićs erbaut. Das Museum befindet sich in der Schatzkammer des Klosters. Hier finden sich wertvolle Gegenstände aus mittelalterlicheer Vergangenheit: das Epitrachelion (Stola) von Sava Nemanjić, die Krone von Stefan Dečanski, die Kirchenflagge der Balšićs, Siegel und Stab von Ivan Crnojević. Hier befindet sich auch eine wertvolle Sammlung von Ikonen und mittelalterlichen Handschriften auf Pergament oder Papier, sowie viele seltene Bücher, z.B. das "Oktoih" von 1493/94, in der ersten kyrillischen Druckerei des Ivan Crnojević. Im Kloster Cetinje befinden sich auch zwei christliche Reliquien: die Hand Johannes des Täufers und ein Stück vom Heiligen Kreuz. Nach der christlichen Überlieferung taufte Johannes Jesus im Wasser des Jordan, an dessen Ufer er gekommen war um zu predigen und das Volk auf die Ankunft des Messias vorzubereiten. Auf Befehl des Königs Herodes wurde er geköpft und sein Leichnam wurde in Sebastia (Samaria) begraben. Das weitere Schicksal dieser christlichen Reliquie wurde durch den historischen Lauf der Dinge bestimmt. Nach 9 Jahrhunderten kam sie aus Antiochia nach Jerusalem, nach Konstantinopel, nach Rhodos und schließlich nach Malta. 1799 wurde sie dem russischen Zar Paul I von Malteser Rittern übergeben, zusammen mit einem Teil des Kreuzes Jesu und der Wunder wirkenden Ikone der Gottesmutter von Philerm. Danach befand sie sich in der Zarenresidenz in Gatcina und später in der Kirche des Winterpalastes in St. Petersburg. Gemäß den verfügbaren Quellen hatten die Reliquien nach der Revoluton 1917 Russland verlassen. Maria Fjodorovna, die Mutter des letzten russischen Zaren Nikolai Romanov, hütete sie bis zu ihrem Tod. Danach übergaben ihre Töchter die Reliquien dem russischen Mitropoliten Antonius (Hrapovicki). Der Mitropolit brachte sie in das orthodoxe Gotteshaus von Berlin und übersiedelte anschließend mit ihnen nach Sremski Karlovci in Serbien, wo er sie dem König Aleksandar Karadjordjević anvertraute. Die Reliquien wurden in der Kirche des Hl. Andreas des Erstberufenen beim Weißen Schloss in Dedinje (Belgrad) aufbewahrt. Nach dem Beginn des 2. Weltkriegs übergab sie König Petar II dem Kloster Ostrog, wo sie dessen Archimandrit versteckte. Hier blieben sie bis 1952. Danach wurden sie von der Obrigkeit gefunden. 1978 wurde die Hand des Hl.Johannes an das Kloster Cetinje übergeben und die Ikone an das Museum von Cetinje.

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